Schließung der Josephinen Wohnanlage

  • 05.11.2021

Seit 2007 bieten wir mit der Josephinen Wohnanlage Wohnungen zum kleinsten Preis an. Dies stets mit einem hohen Verantwortungsbewusstsein für unsere Mieter und einem hohen Qualitätsbewusstsein. Mit großem Bedauern müssen wir mitteilen, dass die Josephinen Wohnanlage geschlossen wird. Den Kündigungen der Wohnungsmietverträge können Sie ausführlich beschrieben unsere Beweggründe entnehmen, durch die wir uns leider zu diesem bedauerlichen Schritt gezwungen sahen. Die relevanten
Passagen möchten wir hier nochmals zitieren:


Beweggründe für die Kündigungen der Wohnungsmietverträge

„Bekanntlich steht nunmehr seit geraumer Zeit der Speisesaal in der Josephinen Wohnanlage nicht zur
Verfügung. Es ist auch leider weiterhin nicht absehbar, wann der Speisesaal umgebaut und wiederhergerichtet werden kann.
Den Bericht über den Speisesaal und die gegenwärtige Essensversorgung in der Ausgabe der Märkischen Allgemeinen Zeitung vom 19. Oktober 2021 haben wir zur Kenntnis genommen. Auch wenn wir die Bewertung in dem Zeitungsartikel nicht teilen, so ist doch richtig, dass die gegenwärtige Situation nicht unseren Vorstellungen entspricht und nicht den Anforderungen, die wir an eine gute
Wohnsituation und Betreuung haben.


Bauarbeiten seit Ende 2019

Wir verstehen die Belastungen und Sorgen, die sich für Sie und die anderen Bewohner aus der fehlenden
Verfügbarkeit des Speisesaals als Begegnungsstätte ergeben. Die Lieferung des Essens an die Wohnungstür ist nur eine Notlösung und entspricht nicht dem, wie wir uns eine dauerhafte, angemessene Betreuung vorstellen. Dies tut uns sehr leid!


Der Stillstand der Bauarbeiten ist im Wesentlichen der COVID-19-Pandemie und ihren Folgen geschuldet und lag und liegt außerhalb unserer Einflussmöglichkeiten. Die Bauarbeiten waren nötig, um den Speisesaal zu modernisieren, die Fenster und die Belüftung zu erneuern und die Wohnanlage um Tagespflegeplätze zu erweitern. Hierzu hatten wir Sie ja Anfang November 2019 auch entsprechend vorab informiert.


Pandemiebedingte Verzögerungen

Nachdem wir mit den Baumaßnahmen wie angekündigt auch zügig bereits Mitte November 2019 begonnen haben, mussten die Arbeiten wegen der verschiedenen pandemiebedingten Lockdowns diesen und letzten Jahres immer wieder verschoben werden. Die Bauarbeiten konnten insbesondere zum einen wegen der besonderen Sicherheitsmaßnahmen für unsere zum Großteil durch die Pandemie sehr gefährdeten Bewohner nicht durchgeführt werden.


Zeitliche Verzögerung durch das Land Brandenburg

Zum anderen waren behördliche Prüfungen notwendig, die in diesen Zeiten zum Teil nicht oder erst viel später als geplant durchgeführt werden konnten. Insbesondere war es für die Durchführung der Bauarbeiten zwingend, zu prüfen, ob noch Weltkriegsbomben im Boden sein könnten, die Sie und die Bewohner der Wohnanlage oder der Umgebung sowie die Bauarbeiter
gefährden könnten.

Das Land Brandenburg hat solche Sondierungen in der Nähe von Seniorenheimen während der Pandemie zu Recht pauschal untersagt, um dadurch nicht möglicherweise Evakuierungen auszulösen, die zu einer Gefährdung der Bevölkerung führen. Die Feststellung der Kampfmittelfreiheit des Bodens der Baustelle konnte daher erst rund 9 Monate nach Baubeginn beendet werden, so dass die Arbeiten in dieser Zeit ruhen mussten.
Ferner konnte EWP Energie-Wasser-Potsdam erst im Anschluss die Fernwärmeleitungen und Stromkabel für die Baumaßnahme verlegen; auch diese Arbeiten waren auch von nachvollziehbaren Verzögerungen belastet.


Die Beendigung der Bauarbeiten ist bis heute nicht absehbar

Zum einen fehlen bekanntlich bundesweit Handwerker und Arbeiter und Termine sind kaum vereinbar.
Zum anderen sind die Kosten für Handwerker und Materialien in wirtschaftlich nicht mehr vertretbare Höhen geschossen.
Für Baustoffe gibt es zudem teilweise außerordentlich lange Lieferzeiten. Ferner hat die Pandemie wie bekannt vergleichbare Auswirkungen auf die Dienstleistungen, die wir Ihnen
anbieten. Auch hier fehlt Personal und die Kosten steigen.

Vor dem Hintergrund fehlenden Personals und gestiegener Preise können wir die Betreuungsleistungen in der erforderlichen Qualität und Sicherheit mittel- und langfristig nicht mehr zu wirtschaftlich akzeptablen Preisen anbieten. Unter Berücksichtigung und Abwägung all dieser Fakten sind wir zu dem Entschluss gekommen, die gesamte
betreute Wohnanlage zu schließen. Daher sehen wir uns gezwungen, auch Ihren Mietvertrag zu beenden."


Berichterstattung der MAZ

Die stockenden Umbaumaßnahmen, sowie die vorübergehende Schließung des bei den Mietern so beliebten
Gemeinschaftsraums, der durch einen Drittanbieter zum Erwerb und Verzehr von Speisen genutzt werden konnte, wurden durch die MAZ an die Öffentlichkeit gebracht. Auch wenn wir der Headline „Senioren in Josephinen Wohnanlage fühlen sich ,wie im Gefängnis'" nicht folgen können, war die Grundthematik uns ebenso als problematisch bewusst. Daher haben wir uns entschlossen unserem hohen Verantwortungsbewusstsein nachzukommen und die Anlage zu schließen. Die Kündigungen wurden
entsprechend den Mieterträgen mit Fristen zwischen 3-9 Monaten gekündigt.


Wir bedauern diesen Schritt sehr!

Mit den Mietern und ihren Angehörigen stehen wir im Austausch. Wir bieten weiterhin unsere Unterstützung an, sehen aber ebenfalls die Angehörigen und die Betreuer unserer Mieter in der Pflicht in der aktuellen Lage zu helfen.

Wir berichten weiter. 

Zurück